Ich persönlich bin ein absolutes Desaster was Zeitplanung anbelangt. Wozu sich unnötig einengen?
Letztes Wochenende war ich in der Schweiz. Wer mich gut kennt weiss, dass ich alles im letzten Moment mache. So auch das Packen (meine Eltern habe ich damit früher bis zur Verzweiflung getrieben. Ihr könnt mir glauben, wir sind sehr viel gereist, aber die Packgewohnheit hat sich bei mir nie geändert...). Ich mag Packen nicht, kann mich nie entscheiden, was ich mitnehmen will.
Es war Sonntagmorgen, alle meine sieben Sachen wie Kleider, Linsenmittel, Aufladegeräte, Bücher, etc. lagen im ganzen Zimmer auf dem Boden verstreut. Fürs Packen brauche ich Zeit. Bei mir geht es nicht Zack-Zack, ich muss zuerst mal alles schön auslegen (muss ja schliesslich sehen können was ich mitnehme...). Je grösser das Zimmer desto schlimmer.
Damit ich den Überblick nicht vollständig verliere, habe ich mir folgende Eckdaten gesteckt:
- 9 Uhr aufstehen
- 13.02 Uhr Zug nach Basel
- 16.25 Uhr Abflug nach Madrid.
Zwischen '9 Uhr aufstehen' und '13.02 Uhr Abfahrt des Zuges' sind mehr als 3 Stunden! Für Normalsterbliche reicht das "vorig" wie man auf gut Schweizerdeutsch sagen würde. Nicht für mich. Eigentlich pack' ich am liebsten "über Nacht", also so, dass zwischen dem Beginn der Packprozedur und dem Ende eine Nacht dazwischen liegt. So können sich meine Einpackpläne setzen. Einpackpläne? denken jetzt wahrscheinlich einige und halten mich für verrückt.
Um 12.20 Uhr habe ich zum ersten Mal auf die Uhr geschaut und war erstaunt, dass es schon nach 12 Uhr ist. Gleichzeitig fiel mir ein, dass ich meiner Freundin am Vorabend versprochen hatte, ihr Buch ins Milchkästchen ihrer Eltern zu legen. Mit dem Blick auf die Uhrzeit rückte das Versprechen in die Kategorie "frommer Wunsch". Ich musste froh sein, wenn ich überhaupt den Zug erwischen würde... (Sorry Milla)
Um genau 12.57 Uhr, also 5 Minuten vor Abfahrt, traf ich strammen Schrittes auf dem Perron ein. Das Ticket noch in der Hand hievte ich mein Gepäck in den erstbesten Wagon, der sich mir nach etlichen 1.Klasse-Wagons bot und setzte mich irgendwo dazu (der Zug war propevoll - keine Ahnung wieso soviele Leute an einem Sonntagmittag nach Basel fahren...).
Uff, die erste Hürde war geschafft. Den Zug nach Basel hatte ich erwischt.
Am Flughafen angekommen, stellte ich mich in die Schlange vor den Schalter mit der Anschrift Madrid. Wohlwissend, dass easyjet jedes Milligramm, das die 20-Kilo-Grenze überschreitet, ohne mit der Wimper zu zucken berechnen würde, habe ich mein Gepäck zu Hause auf unserer uralten Waage gewogen. Selbstverständlich haben meine Eltern keine Digitalwaage und ich habe in der Eile auch nicht genau hingekuckt, das wird schon passen, dachte ich.
Diese Nachlässigkeit bereute ich sehr, als ich in der Schlange stand und wartete. Ich sandte Stossgebete zum Himmel. Auspacken vor aller Augen ist etwas vom Peinlichsten was es gibt.
Als ich meinen Koffer endlich aufs Fliessband legen durfte, wollte ich zuerst gar nicht hinschauen. Bitte!!! Ich kniff die Augen zusammen. Da der nette junge Mann hinter dem Schalter keine Anstalten machte mich wegzuweisen, öffnete ich die Augen wieder und warf einen scheuen Blick auf die Anzeige: 20.9 Kilo - wow! Noch völlig benommen von der guten Botschaft, wurde ich mit dem Ticket in der Hand auch schon weg geschoben. So haargenau aufs Gramm hab ich's noch nie hingekriegt. Ich war von mir selber beeindruckt.
Easyjet berechnet ja bekanntlich erst ab dem 21. Kilo zusätzliches Gewicht. Die zweite Hürde war auch geschafft!
Und damit war auch die letzte Hürde geschafft, denn alles weitere verlief nach Plan.
Somit habe ich beide Hürden genommen, sowohl die zeitliche als auch die packtechnische, ohne einen Cent mehr auszugeben.
Irgendwie krieg ich den Rank eben immer, auch ohne Planung. :-)
1 comentario:
Das isch wieder emol typisch fay.. am liebste de ganz schrank mitnä zum id ferie ga. De Lüt sache, nid verbie bringe und den : dass find ich sbeste frögt Sie sich warum soviel lüt uf Basel gönd am Sunntig. Also Fay du weisch doch in Basel läbed eifach sehr netti Mensche und das mues mer eifach gseh ha, de Rhein äää weis jetzt au nid me u.s.w. ;-) hahhahahaha han dich gern schäzeli
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