domingo, 30 de marzo de 2008

Semana Santa in Sevilla

Semana Santa (zu deutsch Ostern) habe ich dieses Jahr in Sevilla verbracht. Man hat mir schon mehrfach vorgeschwärmt wie toll Semana Santa dort sei.

Semana Santa ist in ganz Spanien ein sehr wichtiges Ereignis. Es gibt in allen Grossstädten, aber auch in den Dörfern "procesiones". Das sind sogenannte feierliche Umzüge. Obschon ich nun schon zwei Jahre in Madrid lebe und hier mindestens einmal Ostern verbracht habe, habe ich diese religiösen Umzüge noch nie gesehen. Klar, Madrid ist eine grosse Stadt und wenn man nicht genau weiss, wo die Umzüge zu welcher Zeit durchlaufen, kann man ohne weiteres sämtliche Umzüge verpassen.

Ankunft in Sevilla

An den procesiones einfach so vorbeizukommen ist in Sevilla nicht ganz so einfach, wie Gaby und ich bei unserer Ankunft (und zu Gabys Leidwesen) feststellen mussten. Kaum angekommen haben wir uns zuerst von Steffis Freundin die Schlüssel geben lassen (hier noch ein dickes Dankeschön an Steffi, dass sie uns ihre Wohnung zur Verfügung gestellt hat, gracias guapa!), und haben dann frisch fröhlich alle guten consejos (dt. Ratschläge), die Innenstadt grossräumig zu umgehen, in den Wind geschlagen.

Diese engen Gässchen voller Leben waren einfach zu verlockend! So schlimm kann's ja nicht sein, dachten wir blauäugig und spazierten mitten in eine procesión hinein.

Procesiones

Man muss sich das so vorstellen, dass plötzlich riesige Menschenmassen eine Gasse bilden, wo der Umzug durchlaufen kann.

Der Umzug besteht meistens aus drei Teilen: die Vorhut bilden die Kapuzenmenschen (dessen Kleidung sehr an jene des Ku-Klux-Klan erinnert), dann kommt die virgen (dt. Jungfrau), das sind riesige "Marienbilder", die von 20-30 Menschen getragen werden und zu guter Letzt folgt die "Kapelle", die Musikanten (Gaby hat sie mit der Guggemusig verglichen, worüber ich anfangs nur den Kopf geschüttelt habe, aber es stimmt, am Tag hört es sich ein bisschen wie Guggemusig an. In der Nacht ist es natürlich viel feierlicher und hat mit Guggemusig nicht mehr viel Ähnlichkeit).
Dieser Tross bewegt sich nun im Schneckentempo vorwärts, weil die Marienbilder so schwer sind, dass ihre Träger alle zwei- bis dreihundert Meter eine Pause brauchen.

Interessant fand ich, dass sich unmittelbar nach dem letzten Musikanten die ganze Menschenmasse sofort in Luft auflöst. Es hat so überhaupt nichts Feierliches an sich und passt deshalb irgendwie nicht.

Man weiss übrigens auch nie, wo die procesiones genau durchlaufen. Es kommt immer wieder vor, dass die Leute eine Gasse bilden, die sich dann innert Sekundenschnelle mit Kind und Kegel um ein paar Meter verschieben muss. Kind und Kegel möchte ich übrigens ausdrücklich erwähnen, die kommen wirklich mit Kinderwagen und allem drum und dran, es nimmt die GANZE Familie teil!

Eintreffen in der Wohnung

Nachdem wir also 1 Stunde oder mehr in der Innenstadt herumirrten und verzweifelt versuchten an diesen procesiones vorbeizukommen, trafen wir um 1 Uhr völlig erschöpft in der Wohnung ein. Es klappte alles hervorragend, wenn man davon absieht, dass wir zuerst in zwei fremde Häuse einsteigen wollten, weil wir die Hausnummer nicht fanden.... war ja aber auch wirklich nicht ganz einfach den Eingang im Hinterhof auf Anhieb zu finden :-)

Steffi, nochmals ganz herzlichen Dank für die tolle Gastfreundschaft! Wir haben es in vollen Zügen genossen. Sevilla ist definitiv ein Besuch wert, nicht nur an Semana Santa.

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Anreise: mit AVE von Madrid: 2.30h - 115 Euro retour.

1 comentario:

Anónimo dijo...

schön schön fay, wi scho gseit warti no uf d'föteli und ufne comment uf mim blog. pfiife du... eh ja hoffe mer äs git no chli öppis ds schribe für di im apriu...